Dipl.-Ing. Angelika Baumgardt

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„In der Natur gibt es weder
Belohnungen noch Strafen.
Es gibt nur Konsequenzen.“

Alternative Heizsysteme

Alte Heizkessel sollten ersetzt werden. Man kann mit einem neuen Wärmeerzeuger sofort Geld einsparen.

Der Wirkungsgrad des Kessels wird nicht nur vom Abgasverlust bestimmt (den der Kaminfeger misst), sondern auch von den Abstrahlverlusten an die Umgebung, die oft sehr hoch sind.

Brennwertkessel:

Brennwertkessel nutzen die im Abgas noch in Form von Wasserdampf enthaltene latente Wäre, indem das Abgas noch weiter abgekühlt und damit kondensiert wird. Das Ergebnis ist ein höherer Wirkungsgrad und sehr niedrige Abgastemperaturen. Es gibt Gas-, Öl- und Pelletsbrennwertkessel. Zumindest bei Gas und Öl sollte immer ein Brennwertkessel installiert werden, die Preisunterschiede zum normalen Kessel sind hier nicht mehr groß.

Heizen mit Holz:

  • ist ein Beitrag zum Klimaschutz durch Verminderung des Treibhauseffektes (CO2) (Bei der Verbrennung von Holz wird nur soviel CO2 freigesetzt wie beim natürlichen Verrottungsprozess. Stichwort: CO2 neutrale Verbrennung)
  • ist ein Beitrag zur Regionalen Wertschöpfung durch Schaffung von Arbeitsplätzen und Vermarktung regionaler Energiepotentiale
  • Holz wächst nach und zählt zu den erneuerbaren Energieträgern
  • macht unabhängig vom internationalen Erdöl- und Erdgasmarkt

Holzfeuerung

Scheitholzkessel

Scheitholzkessel mit Naturzug:
arbeiten ohne Gebläse mit oberem Abbrand, der Wirkungsgrad ist geringer als beim Scheitholzvergaserkessel, er ist als preiswerter Zusatzkessel geeignet, um gelegentlich mit Holz zu heizen. Er ist nicht förderfähig.

Scheitholzvergaserkessel:
arbeitet mit Gebläse und unterem oder seitlichem Abbrand, nutzt die Energie der Holzgase wesentlich besser aus, hat in der Regel Wirkungsgrade über 90% und ist damit förderfähig (bei Einhaltung einiger anderer Kriterien).

Scheitholzkessel sind robust und zuverlässig, sie sind einfach zu bedienen und zu warten. Sie erzeugen hohe Heizwassertemperaturen > 65°C und sind daher mit entsprechender Regelung für alle Heizsysteme geeignet. Sie müssen aber manuell beschickt werden und es ist ein Pufferspeicher entsprechend des Kesselfüllvolumens erforderlich.

Pelletskessel:
ist eine vollautomatische Zentral-Holzfeuerung mit Holzpellets, die dem Kessel automatisch aus einem Lagerraum zugeführt werden, ähnlich der Ölheizung. Sie können also auch im Winter ruhig in den Urlaub fahren. Auch der Pelletskessel erzeugt hohe Heiztemperaturen und ist damit sowohl für den Neubau als auch für die Altbausanierung geeignet. Ein Pufferspeicher erhöht die Effizienz, ist aber nicht zwingend erforderlich. Auch Pelletsbrennwertkessel bereits auf dem Markt, diese werden mit einem Innobvationsbonus der BAFA gefördert.

Kaminöfen:
als Einzelraumheizung geben ihre Wärme durch Konvektion und Strahlung an den Aufstellraum ab. Sie können durch einen speziellen Aufsatz (Wassertasche) auch Energie in das Zentralheizungssystem einspeisen. Bei Niedrigenergiehäusern können sie so zum alleinigen Wärmeerzeuger werden (im Idealfall in Kombination mit einer Solaranlage). Es gibt Kaminöfen für Stückholz und für Pellets, bei Pellets auch mit automatischer Beschickung. Eine Erhöhung der Speichermasse mit Speckstein oder Keramik ist möglich und bewirkt, dass der Ofen auch nach dem Verlöschen des Feuers noch Wärme abgibt.

Grundöfen:
sind vor Ort gebaute Öfen, die aus einem Brennraum und nachgeschalteten keramischen Heizzügen bestehen. Sie werden verputzt oder mit Kacheln verkleidet. Grundöfen erfordern lange Anheizzeiten. Die Nachheizzeit (Auflegen vom Brennstoff) liegt in der Regel bei acht, zwölf oder vierund-zwanzig Stunden, je nach Wärmespeicherkapazität des Grundofens. Ein Grundofen gibt ausschließlich Strahlungswärme (im Gegensatz zum Warmluft-Kachelofen) ab und gilt damit als baubiologisch ideal. Geeignet ist er vor allem für große offene Wohnbereiche, kann aber bei entsprechender Raumplanung auch mehrere Räume versorgen. Sie benötigen keinerlei Hilfsenergie. Auch hier ist aber der Einbau eines Wärmetauschers im Ofen für die Einspeisung von Energie ins Zentralheizsystem möglich.

Sonnenenergie

Sonnenenergie steht uns nahezu unbegrenzt und kostenlos zur Verfügung. Sie sollte im Hinblick auf die steigenden Energiepreise und den Klimawandel sowohl für das Heizsystem als auch zur Stromerzeugung soweit wie möglich genutzt werden.

Thermische Solaranlagen:
nutzen die Sonnenenergie für die Warmwasserbereitung und ggf. zur Heizungsunterstützung. Die Sonnenenergie wird dabei über Flach- oder Röhrenkollektoren aufgenommen und über ein Rohrsystem an das Heizungssystem bzw. die Warmwasserbereitung übertragen. Solaranlagen für die Warmwasserbereitung sollten immer installiert werden. Dabei gibt es verschieden Systeme für die Warmwasserbereitung. Ideal ist die Warmwasserbereitung im Durchlaufprinzip, so ist immer gewährleistet, dass das bereitete Warmwasser hygienisch einwandfrei (legionellenfrei) ist. Solaranlagen zur Heizungsunterstützung machen vor allem dort Sinn, wo nur niedrige Systemtemperaturen benötigt werden (Fußbodenheizung, Wandheizung) und die Heizperiode relativ lang ist. Bei der Solaranlage mit Heizungsunterstützung wird die Solarenergie über einen Pufferspeicher an das Heizungssystem abgegeben. Solaranlagen sind fast mit jedem Heizsystem kombinierbar.

Photovoltaikanlagen:
sind Anlagen zur Stromerzeugung aus Sonnenenergie. Dabei werden durch Photonen aus dem Licht in den Solarmodulen Elektronen freigesetzt und es entsteht ein Gleichstrom. Durch einen Wechselrichter wird dieser in Wechselstrom umgewandelt und direkt im Haus verbraucht und/oder in das öffentliche Stromnetz eingespeist. Das Erneuerbare Energien Gesetz (EEG) garantiert eine Einspeisevergütung für den erzeugten Solarstrom für einen Zeitraum von 20 Jahren. Da die Einspeisevergütung weit unter dem Strompreis liegt, werden Batteriespeicher zur Erhöhung des Eigenverbrauchsanteils immer interessanter und werden auch durch die KfW gefördert.

Wärmepumpen:
wandeln Wärme niedriger Temperatur in Wärme hoher Temperatur um. Sie entziehen der Umgebung (Erdreich, Luft, Grundwasser) Wärme und pumpen diese unter Einsatz von (meist) Elektroenergie auf ein höheres Niveau. Die so erzeugte Wärme wird dann an das Heizungssystem übergeben. Sinn macht eine Wärmepumpe nur für ein Heizsystem mit niedrigem Temperaturniveau, je niedriger, desto besser (Neubau mit Fußboden- oder Wandheizung). Je höher die Temperatur des Heizsystems desto mehr Elektroenergie wird verheizt. Es sollten über 70% der Energie aus der Wärmequelle (Erde, Luft) kommen und wenigerals 30% aus der Steckdose, denn die Elektroenergie selbst wird im konventionellen Kraftwerk mit einem geringen Wirkungsgrad hergestellt. Aus energetischer Sicht sind eher Wärmepumpen mit Erdkollektoren oder Erdwärmesonden zu empfehlen.

Blockheizkraftwerke (BHKW):
erzeugen gleichzeitig Strom (ca. 20-30%) und Wärme (ca. 70-80%) (Kraft-Wärme-Kopplung). BHKWs werden meist mit Gas oder Öl (auch Pflanzenöl) betrieben. Es gibt auf dem Markt mittlerweile auch Mikro- und Nano-BHKWs, die auch für kleinere Mehrfamilienhäuser geeignet sind. Die Problematik beim BHKW besteht darin, dass für die Rentabilität einer solchen Anlage eine hohe Betriebsstundenzahl benötigt wird. Im Sommer fehlt dafür aber oft die erforderliche Wärmeanforderung.